Liebe Freunde, Interessiere, Unterstützer und Wegbegleiter,
Seit sieben Monaten bin ich nun wieder zurück in Deutschland. Ich habe ein Semester Kulturwissenschaft in Saarbrücken studiert und werde nun zum Sommersemester nach Freiburg ziehen und dort mit Realschullehramt Englisch/Politik/Deutsch anfangen. Ich denke, dass ich mittlerweile auch wieder ziemlich gut in Deutschland angekommen bin und es ist unglaublich wie sehr mich auch hier der Alltag wieder vereinnahmt hat. Daher freue ich mich umso mehr, mich noch einmal an die tolle Zeit zurückzuerinnern und im Gemeindesaal Sankt Thomas Morus hier in Saarbrücken am Samstag 26.03 noch einmal über die 13 Monate meines Sozialen Friedensdienstes in Matimba/Ruanda zu berichten!

Das ist jetzt zwar etwas spontan, trotzdem würde ich euch alle gerne einladen und würde mich freuen, den ein oder anderen von euch wieder zusehen!
Los geht’s um 15.00 Uhr.
Tuzasubira vuba!
Simon
via Bates
Mittlerweile bin ich ja schon ne ganze Weile zurück in Deutschland und hatte die letzten Monate meinen Blog leider doch sehr vernachlässigt…das soll nicht so bleiben und ich arbeitete daran, dass hier demnächst nochmal ein größerer Post, quasi ein sechster und abschließender Rundbrief, veröffentlich wird. Mir gehts gut und ich wünsche euch allen eine grandioses Jahr 2011!!
Bis bald,
Simon Nshuti
Anfang des Monats reisten Damien und ich gemeinsam mit Fidel und 12 besonders engagierten Kindern der Gemeinde für 3 Tage nach Byumba und Kigali um uns von ihnen zu verabschieden und ihnen für ihr Engagement und das tolle Jahr das wir gemeinsam verbracht haben zu danken. Wir begannen mit einer atemberaubenden Wanderung auf den Bergkämmen in der Pfarrei Rushaki, durch die uns unser Weg nach Byumba führte. Dort kamen wir alle bei Fidels Mutter, die dort lebt, unter und verbrachten einen ganzen wunderbaren Tag mit rumhängen und rumalbern, vor sich hindösen, essen und all dem was das Leben so aus macht.
rechts ist Marcel, mein Nachfolger in Matimba
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Starin’ trough the Rearview
Schon seit mehr als einem Jahr bin ich nun hier, im Land der Tausend Hügel. Drei Monate sind wieder vergangen seit meinem letzten Rundbrief, weniger als ein einziger bleibt mir in diesem atemberaubenden Land.
Ich schaue zurück und blicke auf das, was hinter mir liegt. Wieder ist so viel passiert in der Zeit. Meine Mama und meine Schwester waren zu Besuch da, ich habe mit Damien und Fidel eine etwas andere Reise unternommen, ich habe mich nachts mit Kindern in der Kirche ausgesperrt und wir mussten die ganze Nacht dort ausharren, ich bin mit einer Staffel beim Kigali-Marathon mitgelaufen, ein „Heiler“ war in Matimba, eine Delegation der Projektpartner aus Deutschland war zu Gast, ich habe doch noch die Malaria bekommen, habe den ruandischen Wahlkampf mitbekommen, mittlerweile meinen Nachfolger empfangen, und neben all dem meinen wunderschönen und kaum in treffenden Worten zu fassenden Alltag genossen!
Je näher mein Abschied aus Ruanda rückt, umso mehr denke ich auch wieder an Deutschland und frage mich, auf was ich mich wohl in Deutschland freuen werde, aber noch viel mehr, was ich wohl aus Ruanda alles vermissen werde.
Mein persönliches Ruanda, so wie ich es wahrgenommen habe, versuche ich euch in diesem Rundbrief ein bisschen näher zu bringen. In diesem Rundbrief möchte ich, anders als in den anderen, kleine Geschichten wunderbar schön spontan chaotischer Tage,
des Alltags erzählen, die nicht in direktem Zusammenhang stehen.
Denn so kann ich wahrscheinlich mein Leben hier am besten veranschaulichen.
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oder: Der Versuch eines Reiseberichts.
Das Stroh fängt Feuer, bald knistert das Holz, es riecht nach verbranntem Menschenfleisch, währenddessen, geloben diese, die da gerade verbrannt werden, weiterhin, trotz aller körperlichen Qualen, ihre Treue zum Christen-Gott.
So ungefähr muss es gewesen sein, am 3. Juni 1885, als in Namugongo, einem Stadtteil Kampalas, das Todesurteil von 22 Christen vollstreckt wird. Nachdem ihnen Arme und Beine abgehackt wurden, erwartet sie, verpackt in Bambusröhren, der Tod auf dem Scheiterhaufen. Es wird darauf geachtet, dass das Feuer klein bleibt, es soll ein langer und schmerzvoller Tod werden, der König möchte damit weitere Menschen davon abschrecken zum Christentum überzutreten, das sich gerade in Uganda auszubreiten beginnt. Nach 7 Tagen sind die Konvertierten schließlich tot.

Heute werden sie als Märtyrer verehrt, in Namugongo wurde ein großer Schrein errichtet, zudem zum alljährlichen Gedenktag Millionen christlicher Schäfchen aus aller Welt hinpilgern.
Dieses Jahr im Juni war ich eines davon.
Doch von vorne:
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